Silber zum Geburtstag: Svea Funck wird U18-Vize-Europameisterin

  20.07.2026    NLV News Leistungssport
6.065 Punkte – neue Deutsche U18-Bestleistung und die Silbermedaille in Rieti! Siebenkämpferin Svea Funck begeistert bei der Europameisterschaft in Italien mit fünf neuen Hausrekorden und bringt eine Medaille mit nach Hause. Außerdem: Platz fünf, sieben und neun für Magnus Vieth, Erik Siepmann und Paul Euskirchen.

Mit sechs Athlet*innen war der Niedersächsische Leichtathletik-Verband bei den U18-Europameisterschaften im italienischen Rieti vertreten. Für die meisten von ihnen war es der erste internationale Einsatz – und bei hochsommerlichen Temperaturen sammelten sie nicht nur wertvolle Erfahrungen, sondern sorgten auch mit starken Leistungen für zahlreiche Ausrufezeichen.

Für das sportliche Highlight aus niedersächsischer Sicht sorgte Siebenkämpferin Svea Funck vom TV Jahn Walsrode. Die 17-Jährige, die ihren Geburtstag am ersten Wettkampftag feierte, präsentierte sich in bestechender Form. Gleich zum Auftakt des Siebenkampfes steigerte sie ihre Bestzeit über 100m Hürden auf 13,43sek. Es folgten eine egalisierte Bestleistung von 1,78m im Hochsprung, erstmals mehr als 13 Meter im Kugelstoßen (13,45 m) sowie die nächste persönliche Bestzeit über 200 Meter. Hier blieb sie in 24,85sek zum ersten Mal unter der 25-Sekunden-Marke. Nach vier Disziplinen lag Funck mit 3.671 Punkten auf Rang zwei.

Auch am zweiten Tag ließ die Walsroderin nicht nach. Nach soliden 5,59m im Weitsprung folgte mit 46,51 Metern eine Saisonbestleistung im Speerwurf, ehe sie zum Abschluss über 800 Meter in 2:16,29min erneut persönliche Bestzeit lief. Mit insgesamt 6.065 Punkten gewann sie die Silbermedaille und schrieb gleichzeitig deutsche Leichtathletik-Geschichte: Als erste deutsche U18-Siebenkämpferin durchbrach sie die 6.000-Punkte-Marke und verbesserte die bisherige deutsche U18-Bestleistung um 119 Punkte: „Diese Zahl 6.000 habe ich mir immer schon aufgeschrieben, das war immer mein ganz großes Ziel, das ich mal schaffen wollte. Dass das bei einer EM und am Geburtstag passiert und dann auch noch eine Silbermedaille dabei rauskommt – besser geht's nicht! Das übersteigt all meine Träume!“, bilanzierte das junge Talent später in der Mixed Zone.

Ebenfalls mit einer starken Vorstellung überzeugte Magnus Vieth von Hannover 96 im Zehnkampf. Der 16-Jährige erwischte einen ausgezeichneten ersten Wettkampftag und sammelte Bestleistungen im Weitsprung (6,92 m), Hochsprung (1,76 m) und über 400 Meter (50,58 Sek.). Mit 3.734 Punkten ging er als Sechster in den zweiten Tag. Dort verliefen Diskuswurf und Stabhochsprung zunächst nicht nach Wunsch. Umso beeindruckender fiel die Reaktion aus: Im Speerwurf steigerte sich Vieth erstmals auf 60,27m und war damit bester Werfer des gesamten Teilnehmerfeldes: „Die Disziplin war mein absolutes Highlight. Da konnte ich mich nach zwei schwachen Disziplinen wieder aus dem Loch rausziehen. Als ich die 60 Meter auf der Anzeigetafel gesehen habe, dachte ich nur: Oh mein Gott, wow!“ Nach den abschließenden 1.500m  belegte Vieth mit 7.224 Punkten Rang fünf und verbesserte gleichzeitig seine persönliche Bestleistung.

Finale für Erik Siepmann und Paul Euskirchen

Einen Platz im Endlauf sicherte sich bei dieser EM Erik Siepmann (MTV Wittmund) über die 400 Meter Hürden. Der Deutsche U18-Meister gewann zunächst seinen Vorlauf in starken 52,76sek und qualifizierte sich tags darauf trotz großer Hitze in 52,41sek souverän für das Finale. Dort zeigte der Ostfriese trotz der Belastung von drei Rennen an drei Tagen lange ein couragiertes Rennen und lag bis in die Zielgerade aussichtsreich im Feld. Ein Strauchler an der letzten Hürde kostete jedoch wertvolle Zeit, sodass am Ende Rang sieben in 53,13sek zu Buche stand. Nach dem Rennen zog Siepmann dennoch ein positives Fazit: „Ich bin stolz darauf, es hierhin geschafft zu haben. Ich hatte bis März noch mit meinem Fußbruch zu kämpfen und jetzt hier im Finale zu stehen, ist schon ein echtes Privileg.“

Für eine der größten Überraschungen aus niedersächsischer Sicht sorgte Paul Euskirchen (Eintracht Hildesheim) über 2.000 Meter Hindernis. Im Vorlauf steigerte der Hildesheimer seine persönliche Bestleistung um gleich acht Sekunden auf 5:51,33min und qualifizierte sich nach einem taktisch klugen Rennen als Zweiter souverän für das Finale. Auch dort zeigte Euskirchen einen mutigen Wettkampf. Lange hielt er Anschluss an die Spitzengruppe, ehe er auf den letzten beiden Runden abreißen lassen musste. Mit 5:55,46min, der zweitbesten Zeit seiner Karriere, belegte er einen hervorragenden neunten Platz und erfüllte damit sein selbst gestecktes Ziel einer Top-Ten-Platzierung.

Amke Bolten und Valerie Fehlandt sammeln wertvolle Erfahrungen

Amke Bolten (MTV Aurich) meisterte zunächst souverän die erste Runde über 400 Meter. Mit 55,53sek zog sie sicher ins Halbfinale ein. Dort verpasste sie ihre Bestzeit nur knapp und belegte Rang vier ihres Laufes. Zwar reichte das nicht für das Einzelfinale, dennoch durfte sich die Auricherin wenig später über einen weiteren EM-Einsatz freuen: Im Finale der Medley-Staffel übernahm sie am Sonntag die 400-Meter-Teilstrecke und belegte mit dem deutschen Quartett in 2:08,91 Minuten Rang sieben. Für die jüngste niedersächsische Starterin Valerie Fehlandt (LAV Zeven) endete die Europameisterschaft nach dem Vorlauf über 800 Meter. Die erst 15-Jährige hielt das Rennen zunächst engagiert mit, musste nach einer unglücklichen Rennsituation jedoch zusätzlichen Weg gehen und kam nach 2:12,72min als Fünfte ihres Laufes ins Ziel. Auch wenn der Einzug in die nächste Runde ausblieb, überwog die Freude über das internationale Debüt. 

Martha Fahrenkrug